Sozialistische Mobilität in neuer Qualität: Der Typ 53 „Spree“ sichert den Fortschritt unseres Volksschaffens!
Genossinnen und Genossen, Werktätige der sozialistischen Produktion, Pioniere des neuen Zeitalters!
Mit sozialistischem Stolz und im Geiste der Beschlüsse des VIII. Parteitages vermeldet das Kollektiv des VEB Berliner Automobil Werke (BAW) die Punktlandung bei der Planerfüllung und präsentiert das neue technologische Meisterstück unserer Hauptstadt-Konstrukteure: den Typ 53 „Spree“.
Geboren aus dem sozialistischen Massenwettbewerb zur Hebung des Lebensstandards, markiert dieses hochentwickelte Fahrzeug den triumphalen Einzug moderner Fahrkultur im Alltagsleben. Der neue Typ 53 ist unsere kraftvolle Antwort auf die gestiegenen Wünsche der Bevölkerung – ein ausgereiftes, komfortables und zukunftweisendes Automobil, geschaffen zur perfekten Unterstützung unserer verdienten Aktivisten, Genossenschaftsbauern, Ingenieure und jeder werktätigen Familie.
Wegweisender Komfort und Nutzwert für das Kollektiv: Ungeachtet der gewählten Karosserievariante – ob die klassisch-elegante Limousine Standard oder der raumwunderbare Kombiwagen Universal – bietet der neue „Spree“ genau die Mobilität auf den Straßen, die unsere Republik für den wirtschaftlichen Aufschwung braucht. Für einen einheitlichen und gerechten Anschaffungspreis von 12.500 M garantiert die verstärkte Struktur eine stolze, staatlich festgesetzte Norm-Nutzlast von bis zu 450 kg bei bestem Federungskomfort!
Metallurgische Meisterleistung und Hubraum-Plus: Unser gründlich weiterentwickelter Dreizylinder-Reihenmotor setzt völlig neue Maßstäbe für sozialistische Wertarbeit. Dank einer Hubraumerweiterung auf 819 ccm entfesselt das bewährte, von einem Aluminium-Zylinderkopf gekrönte Triebwerk kraftvolle 25,7 PS. Mit einer vorbildlichen Energieeffizienz von 19 % beweist der Wagen, dass eine neue, souveräne Höchstgeschwindigkeit von bis zu 111 km/h mit kompromisslosem Ressourcen-Geiz vereinbar ist.
Fortschrittliche Fahrsicherheit im Dienste des Volkes: Das synchronisierte 4-Gang-Schaltgetriebe sorgt in Verbindung mit dem bewährten Frontantrieb für müheloses Fahrvergnügen im Dienste unserer Volkswirtschaft. Die optimierte, mechanisch-hydraulische Bremsanlage mit vergrößerten Trommeldurchmessern an allen vier Rädern bürgt zudem für maximale Zuverlässigkeit, damit jeder Werktätige stets sicher und planmäßig an seinem Arbeitsplatz ankommt.
Sichern Sie sich Ihren Zuteilungsanspruch noch heute bei Ihrer zuständigen staatlichen Dienststelle oder überzeugen Sie sich selbst von der herausragenden Qualität auf dem Gemeinschaftsstand der Leipziger Herbstmesse 1972!

Amtliches Typenblatt & Technische Daten
(Gemäß den Richtlinien der Hauptverwaltung Automobilbau – Stand 1972)
Fahrzeug & Abmessungen
- Hersteller: VEB Berliner Automobil Werke
- Modell: Typ 53 „Spree“ (Bauzeitraum 1972–1984)
- Karosseriebauart: Stahl-Leiterrahmen
- Verkleidung: Duroplast
- Radstand: 2,02 m
- Sitzplätze: 2 vordere Sitze, 2er Fond-Sitzbank
Motorisierung & Effizienz
- Motortyp: 3-Zylinder-Reihenmotor
- Hubraum: 819 ccm (Bohrung 69,0 mm / Hub 73,0 mm)
- Zylinderkopf & Block: Aluminium & Unverwüstlicher Grauguss
- Ventilsteuerung: Untenliegende Nockenwelle, Stoßstangen und Kipphebel (OHV), 2 Ventile pro Zylinder
- Gemischaufbereitung: 1 BVF 28 HB Einzelvergaser
- Kraftstoffqualität: Optimiert für heimischen Standard-Kraftstoff (85 RON / VK-Normal)
- Höchstleistung: 18,9 kW / 25,7 PS bei 4.200 U/min
- Max. Drehmoment: 48,0 Nm bei 3.200 U/min
Kraftübertragung & Fahrwerk
- Antrieb: Frontantrieb mit offenem Differenzial
- Getriebe: synchronisiertes 4-Gang-Schaltgetriebe
- Vorderachse: Einzelradaufhängung
- Hinterachse: Robuste Starrachse an Längs-Blattfedern
- Lenkung: Leichtgängige Kugelumlaufglenkung
- Stoßdämpfer: Hydraulische Zweirohr-Teleskopstoßdämpfer
- Bereifung: Historische Diagonal-Ballonreifen, Format P125/90C13 88K
Bremsanlage
- Bauart: Mechanisch-hydraulische Duplex-Trommelbremsen vorne, Simplex-Trommelbremsen hinten
- Bremstrommel-Durchmesser: 200 mm vorne / 200 mm hinten
- Belagmischung: Verschleißfeste Asbest-Organische Standardbeläge
Gewichte, Füllmengen & Fahrleistungen
| Kenngröße | Typ 53 „Spree“ Standard | Typ 53 „Spree“ Universal |
|---|---|---|
| Eigengewicht | 552 kg (betriebsbereit) | 555 kg (betriebsbereit) |
| Gewichtsverteilung | 57 % vorne / 43 % hinten | 60 % vorne / 40 % hinten |
| Norm-Nutzlast | 450 kg (staatlich festgesetzt) | 445 kg (staatlich festgesetzt) |
| Laderaumvolumen | 258 Liter | 1.050 Liter |
| Höchstgeschwindigkeit | 111 km/h | 106 km/h |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 28,0 s | 30,7 s |
| Bremsweg (aus 100 km/h) | 58,2 m bis zum Stillstand | 58,3 m bis zum Stillstand |
| Anhängelast (towing) | 230 kg | 230 kg |
| Kraftstoffverbrauch | 6,93 Liter pro 100 Kilometer | 7,16 Liter pro 100 Kilometer |
| Verkaufspreis | 12.500 M | 12.500 M |

Der deutsche Straßenverkehr – Heft 10 / 1972
Fahrbericht: VEB Berliner Automobil Werke Typ 53 „Spree Standard“
Ein kritischer und konstruktiver Prüfbericht über die weiterentwickelte Duroplast-Generation aus Berlin.
Neun Jahre nach der Einführung des Typ 52 bringt der VEB BAW nun den lang erwarteten Nachfolger in den Handel: den Typ 53 „Spree“. Die Erwartungen der Kraftfahrer in unserer Republik sind hoch, insbesondere nach den Beschlüssen des VIII. Parteitages zur Intensivierung der Konsumgüterproduktion. Kann das neue Modell den technologischen Sprung im Alltag anführen? Wir haben die neue Berliner Limousine im harten Testalltag erprobt und sie im direkten Klassenvergleich mit dem Zwickauer Konkurrenten Schleizring Satellit sowie dem aktuellen westdeutschen Bürgerauto Hummel auf Herz und Nieren geprüft.
Karosserie und Innenraum: Bewährtes Konzept im Reifeprozess
Das auffälligste Merkmal des Typ 53 bleibt die konsequente Abkehr vom Ganzstahl. Um den anhaltenden Devisen- und Materialmangel bei Tiefziehblechen zu meistern, setzen die Berliner Konstrukteure weiterhin auf die bewährte, korrosionsfreie Außenhaut aus Duroplast, die auf dem unverwüstlichen Stahl-Leiterrahmen ruht. Die Verarbeitung der Kunststoffteile wurde sichtlich verfeinert; die Spaltmaße fallen im Vergleich zum Vorgänger präziser aus, auch wenn das westdeutsche Bürgerauto Hummel hier fertigungsbedingt immer noch glattere Übergänge zeigt.
Im Innenraum zeigt sich der Berliner mit 2170 Litern Passagiervolumen (Universal: 2120 L) gewohnt luftig. Während die vorderen Sitze langstreckentauglich sind, bleibt die Fondbank trotz des kompakten Radstands von 2,02 Metern eher für den Nachwuchs oder kurze Strecken gedacht. Hier distanziert der BAW den Zwickauer Konkurrenten Schleizring Satellit, der spürbar enger geschnitten ist. Beim Gepäckraum zeigt sich jedoch das bekannte Dilemma der Limousinen-Bauform: Mit 258 Litern Kofferraumvolumen bietet der Typ 53 Standard zwar deutlich mehr Platz als das vordere Gepäcknest der „Hummel“ (wo der Tank wertvollen Raum raubt), verliert aber das interne Duell gegen die eigene Kombi-Variante Universal, die gigantische 1050 Liter schluckt und für Handwerker oder die LPG-Brigade die weitaus vernünftigere Wahl darstellt.
Motor und Kraftübertragung: Der Einzug der Moderne
Unter der Haube verrichtet ein grundlegend modernisierter Dreizylinder-Reihenmotor mit 819 ccm Hubraum seinen Dienst, der nun durch einen fortschrittlichen Aluminium-Zylinderkopf auf dem unverwüstlichen Grauguss-Block glänzt. Mit einer Leistung von 25,7 PS (18,9 kW) liegt er nun spürbar beim Zweitakter des Schleizring Satellit (26 PS), bleibt jedoch hinter dem Boxer des Bürgerauto Hummel (50 PS) zurück. Dafür entschädigt das Berliner Triebwerk durch eine hervorragende Motor-Effizienz von 19 % und einen spezifischen Verbrauch von 399 g/kWh. Im Test konsumierte der Standard 6,93 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometern (Universal: 7,16 l) unseres heimischen VK-Normal-Kraftstoffs (85 RON).
Eine wahre Revolution ist das bewährte, voll synchronisierte 4-Gang-Schaltgetriebe. Hat man den Gang eingelegt, schiebt der Frontantrieb das durch die neuen Komponenten etwas leichter gewordene Fahrzeug (552 kg Eigengewicht) verlässlich voran. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in geduldigen 28,0 Sekunden (Universal: 30,7 s), doch die gesteigerte Höchstgeschwindigkeit von 111 km/h (Universal: 106 km/h) reicht völlig aus, um im modernen Verkehrsfluss mitzuschwimmen. Auf der Autobahn erweist sich eine Marschgeschwindigkeit von 75 km/h als optimal. Wer mehr Dynamik sucht, wird im Westen fündig: Das Bürgerauto Hummel sprintet mühelos über die 125 km/h-Marke, fordert dafür aber auch deutlich mehr Kraftstoff ein.
Fahrverhalten: Agiler in der Kurve, Schwächen beim Bremsen
Die Kombination aus Einzelradaufhängung vorn und einer Starrachse an Längs-Blattfedern hinten ist konsequent auf die oft mangelhaften Straßenbeläge zwischen Ostsee und Erzgebirge abgestimmt. Dank der unveränderten Gewichtsverteilung von 57 % vorne und 43 % hinten liegt der Wagen spürbar ausgewogener. Geht man forsch in die Kurve, zieht der Berliner im 20-Meter-Radius mit einem Querbeschleunigungswert von 0,582g (Universal: 0,619g) sicher um die Kehre. Der Schleizring Satellit liegt hier aufgrund seiner kompakteren Auslegung ähnlich agil auf der Straße.
Sorge bereitet uns nach wie vor die Bremsanlage, obwohl die Trommelgrößen auf 200 mm an beiden Achsen modifiziert wurden. Aus Höchstgeschwindigkeit benötigt der Typ 53 stolze 58,2 Meter (Universal: 58,3 m) bis zum Stillstand. Das ist zwar eine leichte Verbesserung zum alten Typ 52, im internationalen Vergleich aber nicht mehr zeitgemäß. Das Bürgerauto Hummel verharrt dank modernerer Auslegung ein gutes Stück früher. Kraftfahrer des Typ 53 müssen zwingend vorausschauend agieren – besonders im Anhängerbetrieb, wo der Berliner nun immerhin bis zu 230 kg ziehen darf, gepaart mit einer soliden, staatlich festgesetzten Nutzlast von 450 kg (Universal: 445 kg).
Fazit: Ein reifes Automobil für unsere Republik
Mit dem Typ 53 „Spree“ liefert der VEB BAW ein rundum gereiftes, extrem wartungsfreundliches und dank der Duroplast-Haut absolut korrosionsbeständiges Automobil ab. Für einen einheitlichen Anschaffungspreis von 12.500 M sowohl für den Standard als auch für den geräumigen Universal erhalten unsere Werktätigen einen treuen Gegenwert ohne kapitalistischen Luxus-Schnickschnack. Wenn die Zuteilungsstellen die Wartezeiten im Griff behalten, wird dieser Wagen das Straßenbild unserer Republik nachhaltig prägen.
Technische Daten im direkten Vergleich
| Kriterium | BAW Typ 53 „Spree Standard“ | Schleizring Satellit | Bürgerauto Hummel |
|---|---|---|---|
| Anschaffungspreis | 12.500 M | ca. 10.000 M | ca. 5.500 DM (Import) |
| Antriebskonzept | Frontmotor / Frontantrieb | Frontmotor / Frontantrieb | Heckmotor / Heckantrieb |
| Motorart | 3-Zyl. Viertakt (Alu-Kopf) | 2-Zyl. Zweitakt | 4-Zyl. Viertakt (Boxer) |
| Höchstleistung | 25,7 PS bei 4.200 U/min | 26 PS | 50 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 111 km/h (Universal: 106 km/h) | ca. 100 km/h | ca. 125 km/h |
| Testverbrauch | 6,93 l / 100 km | ca. 7,2 l / 100 km | ca. 8,5 l / 100 km |
| Eigengewicht | 552 kg (Universal: 555 kg) | 615 kg | 820 kg |
| Kofferraumvolumen | 258 Liter (Universal: 1050 L) | ca. 250 Liter | ca. 140 Liter |
| Bremsweg (aus Vmax) | 58,2 Meter | ca. 56 Meter | ca. 44 Meter |







